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Drei Frauen fordern Frieden

Porträts aus den Philippinen

Die Insel Mindanao im Süden der Philippinen ist bekannt für ihre vielfältige Kultur und reichen Naturschätze. Sie wird jedoch auch seit Jahrzehnten von verschiedenen Konflikten heimgesucht, die bereits viele Menschen das Leben gekostet haben. Wir stellen Ihnen drei Frauen in drei unterschiedlichen Regionen von Mindanao vor, die sich für Frieden einsetzen.
Porträts_Philippinen
© forumZFD

Bae Becky Barrios
Provinz Agusan del Sur

Im angestammten Land der Agusanon Manobo spenden nur der Mond und die Sterne noch Licht, wenn die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist. Die 57-jährige Bae Becky Barrios hat den größten Teil ihrer Kindheit hier verbracht. Die Ortsgemeinde La Paz liegt im Nordosten von Mindanao, tief im Innern des Landes. Die Agusanon Manobo mit ihrer langen Geschichte und reichen Kultur gehören zu den indigenen Völkern der Philippinen. Bis heute leben sie in der Umgebung des Naturschutzgebietes Agusan Marsh mit seinen zahllosen Hügeln, Seen und Flüssen. Die Mangrovenwälder und das umliegende Land sind auch Heimat für etliche seltene Tier- und Pflanzenarten.

„Unsere Großeltern haben abends Holz in den Feuerstellen verbrannt“, erinnert sich Bae Becky Barrios. „Vor dem Schlafengehen haben sie Süßkartoffeln in der Asche vergraben, die es am nächsten Tag zum Frühstück gab, zusammen mit frisch gebrautem Reiskaffee.“

Das Land der Agusanon Manobo besitzt eine überbordende Fülle an Naturschätzen. Und obwohl bereits die Generation von Barrios` Großeltern Bauernhöfe angelegt hat, ist die indigene Gemeinschaft bis heute abhängig davon, was die Natur ihnen durch Sammeln und Jagen geben kann. In den Flüssen wimmelt es von Fischen und in den Wäldern wachsen reichlich Wurzeln und Früchte. Alles, was die Menschen sammeln, wird mit der Gemeinschaft geteilt. Besonders fasziniert war Bae Becky Barrios immer von den mystischen Ritualen, die ihr Großvater durchführte. Diese Rituale, erklärt sie, seien wichtig für die Gemeinschaft, um eine Verbindung zu ihren Vorfahren und mit der Natur herzustellen. Wenn beispielsweise eine scheinbar unerklärliche Krankheit die Gemeinschaft heimsuchte, baten die Stammesältesten die Geister um Heilung.

Vor einer PASAKK-Veranstaltung unterstützt ein junger Erwachsener den traditionellen Stammesführer bei einer Zeremonie, mit der die Ahnen angerufen werden.

Bedrohte Heimat

Es sind diese Erfahrungen ihrer Kindheit und Jugend, die Barrios motiviert haben, sich für den Erhalt ihrer Kultur und den Schutz des angestammten Landes der Agusanon Manobo einzusetzen. Keine leichte Aufgabe: Viele indigene Völker der Philippinen fürchten den Verlust der Gebiete, in denen sie seit Urzeiten leben. Großflächige Landnahme, die faktisch einem Landraub gleichkommt, die Expansion von Monokulturen wie Bananen- und Ananas-Plantagen sowie Abholzung und Bergbau bedrohen ihr Territorium.

Ein weiteres Problem ist der Klimawandel, der die Naturvielfalt und damit eine wichtige Lebensgrundlage der Menschen gefährdet. Auch der gewalttätige Konflikt zwischen der Regierung und kommunistischen Aufständischen stellt eine Gefahr für viele indigene Gemeinden dar. Immer wieder wird von Menschenrechtsverletzungen berichtet, von Einschüchterungen, Zwangsevakuierungen, Bombenangriffen, Überfällen und Tötungen.

Bae Becky Barrios engagiert sich für Frauenrechte und Selbstbestimmung.

1992 gründeten die Agusanon Manobo eine Gesellschaft, um die Rechte und Interessen ihres Stammes zu verteidigen: PASAKK („Gemeinschaft für Selbstbestimmung und Befreiung“). PASAKK ist heute ein enger Partner des forumZFD. Die Organisation unterhält unter anderem mehrere Schulen, an denen Kinder über indigene Traditionen lernen. Außerdem klärt sie indigene Menschen über ihre Rechte auf und setzt sich für Frauen- und Kinderrechte ebenso ein wie für nachhaltige Landwirtschaft und Naturschutz. Das leitende Prinzip für die gesamte Arbeit der PASAKK ist eine gewaltfreie Konflikttransformation.

Bae Becky Barrios hat PASAKK mitgegründet und leitet die Organisation seit 1997. „Uns wurde damals klar: Wenn wir uns nicht für unsere Gemeinschaft einsetzen, tut es keiner“, sagt die 57-Jährige. Heute ist sie eine Führungsfigur in ihrer Gemeinschaft. Der Weg dahin war allerdings lang und begann bereits in den 80er Jahren. Zu dieser Zeit waren Stämme wie die Agusanon Manobo oft ausgegrenzt. Aufgrund der isolierten Lage weit ab von den nächsten Städten hatten sie keinen Zugang zur staatlichen Grundversorgung und Schulbildung. Es wirkt wie eine Ironie des Schicksals, dass sich ihnen diese Möglichkeiten erst eröffneten, als schwere Maschinen auf der Suche nach Holz durch ihr Land rollten. Eine Holzfirma brachte Hunderte auswärtiger Arbeitskräfte in die Region und errichtete für sie Städte im Dschungel, einschließlich Schulen für die Kinder der Angestellten.

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In einer solchen Holzfäller-Stadt hatte auch Bae Becky Barrios Zugang zu Schulbildung. Sie absolvierte einen zweijährigen Kurs in Landwirtschaft, bekam ihr Diplom jedoch nicht ausgehändigt, nachdem die Holzfäller-Firma 3000 Arbeiter entließ und die Schule abrupt schließen musste. „Da kam ich erstmals mit ehrenamtlichem Engagement in Berührung, nachdem die Kirche sich entschied die arbeitslos gewordenen Holzarbeiter zu unterstützen, die von der Firma keine Abfindung bekommen hatten. Ich machte mir große Sorgen um ihr Wohlergehen – wie sollten sie und ihre Familien mitten im Dschungel überleben?“

„Bildung ist wichtig für uns“

Bae Becky Barrios stellte ihre Karriere als Landwirtin hintenan und meldete sich freiwillig als Lehrerin. Fortan unterrichtete sie die Kinder in der Region in Lesen, Schreiben und Rechnen. Zwischen 1984 und 1990 entstanden in der Umgebung mindestens zehn neue Schulen. Barrios erklärt: „Bildung ist wichtig für unseren Stamm, damit uns niemand über den Tisch ziehen kann. Wir müssen lesen und schreiben können, um uns an demokratischen Prozessen zu beteiligen und wählen zu gehen.“

Nach der Gründung von PASAKK im Jahr 1992 wurde Barrios in den Vorstand gewählt. Nachdem der erste Generalsekretär der Organisation fünf Jahre später verstarb, übernahm Barrios die Leitung von PASAKK, die sie bis heute innehat. Als Frau in eine solche Führungsrolle zu schlüpfen, war keineswegs eine Selbstverständlichkeit in der männerdominierten Kultur.

Früher wurde allgemein erwartet, dass Frauen sich gegenüber Männern unterwürfig verhielten und bei Entscheidungen ihre Zustimmung einholten. Sogar Barrios sagt von sich, sie sei eine solche „Ja-Frau“ gegenüber ihrem Mann gewesen. Manchmal habe sie an sich selbst gezweifelt, gesteht sie ein. Aber im Laufe der Zeit erreichte PASAKK in der Gemeinschaft einen Sinneswandel. „Wir haben uns von diesen Praktiken gelöst. Sogar die Stammesältesten wissen nun die Stärkung der Frauen zu schätzen“, sagt Barrios.

Die traditionelle Rolle von Frauen hat sich verändert: Bae Becky Barrios (im pinken T-Shirt) leitet junge PASAKK-Freiwillige an.

Als Teil der wachsenden Geschlechtergerechtigkeit wurde auch PASAKK selbst inklusiver. Heute ist der zehnköpfige Vorstand zur Hälfte mit Frauen besetzt. Der wichtigste Sieg aber, sagt Barrios, war der messbare Rückgang von Gewalt gegen Frauen und Kinder. „Wir können in unserer Gemeinschaft wie auch in unserem Land keinen echten Frieden erreichen, wenn es in den Familien Gewalt gibt.“

Nun liegt die Hoffnung von PASAKK auf der nächsten Generation. Die Organisation arbeitet daran, junge Menschen stärker in die Aktivitäten und die Entscheidungsfindung einzubinden. Gründungsmitglieder wie Barrios vertrauen auf die Fähigkeit der Jugend, die indigene Kultur in Zukunft weiter zu schützen und ein friedliches Miteinander zu ermöglichen. Das forumZFD unterstützt PASAKK bei diesem Vorhaben. Bereits seit 2013 berät und schult das forumZFD in der Region zivile Organisationen in Methoden der gewaltfreien Konflikttransformation. Heute liegt ein Schwerpunkt darauf, dieses Wissen an junge Menschen weiterzugeben.

Jehan Usop
Autonome Region Bangsamoro

Szenenwechsel. Im Südwesten von Mindanao ist eine andere Frau im Laufe der Jahre ebenfalls in eine Führungsrolle hineingewachsen. Die 42-Jährige Jehan Usop hat in ihrer Kindheit und Jugend einen scheinbar endlosen Teufelskreis aus Gewalt und Vertreibung erlebt. In der heutigen Region Bangsamoro war sie fast täglich mit dem Krieg konfrontiert. Heute sagt die vierfache Mutter, diese Erfahrungen hätten sie stark und widerstandsfähig gemacht.

Jehan Usop: „Mir wurde gesagt, ich solle den Mund halten.“

Der bewaffnete Konflikt um die Region Bangsamoro reicht Jahrhunderte zurück. Übersetzt bedeutet Bangsamoro „Nation der Moros“. Als Moros (Mauren) bezeichnete die spanische Kolonialmacht die muslimische Bevölkerung auf den Philippinen, auf die sie bei ihrer Ankunft im 16. Jahrhundert im Süden des Archipels traf. Vor allem im Widerstand gegen die Kolonialmächte wurde der Islam zu einer Kernidentität der Moros in ihrem Streben nach Selbstbestimmung und Autonomie. Die gewaltsamen Auseinandersetzungen setzten sich auch fort, nachdem die Philippinen 1946 offiziell unabhängig wurden. Der Widerstand muslimischer Gruppen richtete sich nun gegen die philippinische Zentralregierung. Seit 1969 hat der Bangsamoro-Konflikt über 120.000 Menschen das Leben gekostet, Millionen Zivilist*innen wurden vertrieben.

Als das forumZFD im Jahr 2008 seine Arbeit in Mindanao aufnahm, war die Aussicht auf einen Friedensschluss zwischen der Regierung und den bewaffneten Widerstandsbewegungen der muslimischen Moro so ungewiss wie lange nicht. Umso größer war die Freude nicht nur beim forumZFD und seinen Partnerorganisationen, sondern vor allem auch in großen Teilen der Bevölkerung, als 2019 per Volksabstimmung die „Autonome Region Bangsamoro im muslimischen Mindanao“ begründet wurde – ein wichtiger Schritt im Friedensprozess. Zuvor hatten Regierung und Rebell*innen ein Friedensabkommen unterzeichnet.

Wie Millionen andere Kinder in Bangsamoro hat Jehan Usop ihre eigenen seelischen Narben aus dem Konflikt davongetragen. Sie erinnert sich an einen schicksalhaften Abend im Jahr 1982, als sie im Haus ihrer Großeltern übernachtete. Die Familie teilte sich eine einfache Hütte und sie schlief direkt neben der Eingangstür. „Plötzlich stürmten Soldaten herein. Sie schrien und beschuldigten uns, zu den Rebellen zu gehören. Weil ich mich neben der Tür befand, trat ein Soldat mich mit solcher Wucht, dass ich gegen die Wand flog. Ich war vier Jahre alt.“

„Ich wurde eine Friedensstifterin“

Jehan Usop erklärt, solche und ähnliche Erfahrungen hätten viele Moros dazu gebracht, zu den Waffen zu greifen – einschließlich ihrer Eltern, die sich dem Widerstand anschlossen. Für Usop und ihre sechs Geschwister eine schwere Zeit. Sie lebten meist bei Verwandten, wechselten häufig den Ort. Heute sagt sie: „Ich verstehe den Kampf meiner Eltern. Sie hatten zu ihrer Zeit keine andere Wahl. Ich sehe auch die Notwendigkeit, ihren Kampf fortzuführen – aber dafür habe ich heute andere Mittel. Ich habe mich entschieden, eine Friedensstifterin zu werden.“

Die junge Frau begann, sich in lokalen Friedensorganisationen zu engagieren. Heute ist sie eine treibende Kraft hinter dem Kutawato Multimedia Network (KuMuNet) in Cotabato City, dem Verwaltungssitz der neuen Autonomieregion Bangsamoro. Das dortige Büro des forumZFD hat die Gründung des Netzwerks 2009 entscheidend vorangebracht. Mittlerweile sind über ein Dutzend zivile Organisationen Mitglied bei KuMuNet. Das Ziel: Die Medienberichterstattung über den Konflikt und den Friedensprozess verbessern.

Jehan Usop spricht einer Podiumsdiskussion des forumZFD über die Rolle von Medien in Konflikten.

Denn in philippinischen Medien wurde über die Anliegen der Moros oft nur wenig oder gar falsch berichtet. Und viele Menschen hatten kaum Zugang zu verlässlichen Informationen. KuMuNet startete deshalb mithilfe des forumZFD das Radioprojekt „Die Stimme des Friedens“. Einmal wöchentlich informiert eine einstündige Sendung über den Friedensprozess und lässt alle Konfliktparteien zu Wort kommen. Die verständlichen und leicht zugänglichen Informationen sollen möglichst vielen Menschen ermöglichen, sich zu beteiligen. Die Sendung erreiche sogar Hörer*innen in abgelegenen ländlichen Regionen, erklärt Usop: „Ohne Elektrizität und Internet ist das Radio dort die einzige Möglichkeit, um an Informationen zu kommen.“

In ihrem Engagement stand Jehan Usop vor ähnlichen Herausforderungen wie Bae Becky Barrios. Auch Usop musste sich in einer patriarchalen Gesellschaft behaupten: „Ich musste sogar gegen meine eigenen Zweifel ankämpfen, weil ich das Gefühl hatte, meiner eigenen Kultur und meinen gesellschaftlichen Normen zu widersprechen. Es gab Momente, wo meine Ideen, ja nicht einmal meine bloße Anwesenheit anerkannt wurden. Mir wurde gesagt, ich solle den Mund halten. Der Grund? Weil ich eine Frau bin.“ Doch wie Barrios ließ sich auch Usop nicht entmutigen. Sie verfolgt weiter beharrlich ihren Traum, die Rechte von Frauen zu verteidigen und andere durch ihr Beispiel zu inspirieren, sich für Frieden einzusetzen.

Christina Faith Avila
Davao City

Das Engagement für Frieden ist auch ein Herzensanliegen für Christine Faith Avila. Die Dozentin lebt und arbeitet in Davao City. Die Metropole am Golf von Davao mit über 1,8 Millionen Einwohner*innen ist die größte Stadt in Mindanao und die drittgrößte des Landes. Avila bildet hier die nächste Generation von Friedensbotschafter*innen aus.

Christina Faith Avila: „Medien können vom Frieden erzählen.“

Eine pädagogische Laufbahn war nicht unbedingt ihre erste Karrierewahl, obwohl Avila in einer Familie von Lehrkräften heranwuchs, einschließlich ihrer Mutter und ihrer Tanten. Sie beobachtete, wie die Anstrengungen ihrer Mutter von den Schüler*innen und Eltern gewürdigt wurden, sah aber auch die harte Arbeit, die dahintersteckte. „Ich habe die täglichen Mühen des Lehrberufs durch meine Mutter miterlebt. Sie brachte immer viel Arbeit mit nach Hause, zum Beispiel Hausaufgaben zum Korrigieren. Sie war immer müde“, erinnert sich Avila.

Abgesehen von der harten Arbeit fand Avila auch, dass es bereits genügend Lehrkräfte in ihrer Familie gebe. Deshalb entschied sie sich für einen anderen Weg und arbeitete zunächst im Marketing. Aus gesundheitlichen Gründen schlug sie schließlich jedoch eine neue Richtung ein – und wurde überrascht. Ihren neuen Job als Dozentin empfand sie nicht als Beruf, sondern als Berufung. Heute ist die zweifache Mutter Vorsitzende des Studiengangs Kommunikation an der Universität Ateneo de Davao. „Ich bin wie geschaffen für das Unterrichten“, erzählt sie.

2013 gründete Avila gemeinsam mit anderen Lehrkräften von Universitäten und höheren Bildungseinrichtungen das Netzwerk „Medien-Lehrkräfte aus Mindanao“ (MEM). Die Initiative ging aus einer Reihe von Schulungen hervor, die das forumZFD und weitere Partner zum Thema konfliktsensibler Journalismus organisiert hatten. Darunter versteht das forumZFD eine Berichterstattung, die gerade in Konflikten viele Perspektiven zu Wort kommen lässt und vorgefertigte Denkmuster kritisch reflektiert. So können Medien helfen, Spannungen abzubauen, anstatt sie durch sensationsheischende oder diskriminierende Berichterstattung weiter anzuheizen.

Christine Faith Avila erklärt: „Wir sind Nachrichten gewöhnt, die die Zahl der Opfer eines Konflikts in den Vordergrund stellt. Durch MEM und unsere Schulungen habe ich gelernt, dass Medien auch Geschichten über Frieden erzählen können.“ MEM will dieses Konzept Studierenden der Kommunikationswissenschaften vermitteln – in der Hoffnung, dass sie es anwenden, sobald sie selbst in Medienberufen arbeiten.

In Zusammenarbeit mit dem forumZFD hat MEM ein Handbuch entwickelt, bietet Fortbildungen für Dozent*innen an und setzt sich dafür ein, dass konfliktsensibler Journalismus ein fester Bestandteil der Lehrpläne wird. Mit Erfolg: Lehrkräfte von 17 Hochschulen haben mittlerweile Trainings absolviert und einige haben das neu erlernte Wissen bereits in ihren Unterricht integriert. Anfang 2020, kurz vor der Corona-Pandemie, fand die erste internationale Fachkonferenz zu konfliktsensiblem Journalismus in Davao statt, organisiert von MEM, dem forumZFD und weiteren Partnerorganisationen. Die Universität Ateneo de Davao, an der Avila arbeitet, fungierte als Gastgeber.

Die Media Educators of Mindanao (MEM) setzen sich dafür ein, dass Medien Geschichten vom Frieden erzählen.

Diese bahnbrechenden Anstrengungen und Initiativen waren aufregend für Avila. Sie wisse es zu schätzen, sagt sie, dass MEM einen Raum für Lehrende im Medienbereich bereitstellt und dabei den Wettstreit zwischen den Hochschulen beiseite stellt. Statt Konkurrenzdenken steht das gemeinsame Engagement für die Verbesserung ihres Berufsfeldes im Vordergrund. Trotz aller Einschränkungen durch die aktuelle Corona-Pandemie bleibt MEM entschlossen, zu wachsen und den Traum weiter zu verfolgen, dass Netzwerk im Land zu erweitern – und vielleicht eines Tages sogar weltweit.

Während Frauen wie Bae Becky Barrios und Jehan Usop in Mindanao weiterhin gewalttätigen Auseinandersetzungen gegenübertreten, braucht es Medien, die darüber berichten, ohne Menschen oder Gruppen auszuschließen. Der Bedarf ist groß, die komplexen Hintergründe der Konflikte differenziert zu erklären und im ganzen Land Debatten über den Frieden anzustoßen. Die Studierenden, die Christine Faith Avila und ihre Kolleg*innen ausbilden, können hierzu einen Beitrag leisten.

Drei Frauen, drei Orte, drei Gemeinsamkeiten. Sie alle sind starke Persönlichkeiten. Sie haben sich in männerdominierten Umgebungen durchgesetzt. Und sie alle treten für den Frieden ein, jede auf ihre Weise.

Der Autor, Karlos Manlupig, ist ein philippinischer Journalist und Friedensarbeiter.

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