„Wie retten wir das Friedensprojekt Europa?“

Ein Rückblick auf die Aktionstagung

Die Europäische Union hat sich selbst das Ziel gesetzt, das Wohlergehen ihrer Bürgerinnen und Bürger sowie den Frieden zu fördern. Doch entspricht das Handeln der EU den Ansprüchen eines Friedensnobelpreisträgers von 2012? Wie kann jeder Einzelne dazu beitragen, dass friedenspolitische Themen in der EU stärker in den Vordergrund rücken? Diese und weitere Fragen thematisierte das forumZFD bei der diesjährigen Aktionstagung.

Alle Teilnehmenden der Aktionstagung
© forumZFD

Rund 40 Teilnehmer und Teilnehmerinnen von 18 bis 88 Jahren fuhren vom 12.-14. Oktober 2018 nach Königswinter, um dort an der Aktionstagung des forumZFD teilzunehmen. Sie alle verband das Interesse an europa- und friedenspolitischen Themen. Gemeinsam suchten sie nach Antworten auf die Frage „Wie retten wir das Friedensprojekt Europa?“.

Nach einer spannenden und lebhaft vorgetragenen Präsentation von Dr. Julian Bergmann vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik zur Europäischen Außen- und Sicherheitspolitik, der einen Einblick in die Strukturen der Europäischen Union gegeben hat, begann die Diskussion der Teilnehmer. Begleitet wurde die Debatte von zwei Aktivisten proeuropäischer Organisationen. Hierbei wurden insbesondere Vor- und Nachteile der Europäischen Union sowie ihre Auswirkungen auf das alltägliche Leben von jedem Europäer und jeder Europäerin thematisiert.

Fishbowldiskussion
© forumZFD

Wie profitieren wir von der EU? Wo gibt es Verbesserungspotenzial? Es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion – von standardisierten Steckern bis zur Forderung einer verstärkten Präsenz der EU als globaler friedenspolitischer Akteur.

Wir retten das Friedensprojekt Europa!

Die Überleitung auf die EU als Friedensprojekt, verbunden mit Maßnahmen, die dafür getroffen werden müssten, erfolgte am zweiten Tag der Tagung. In verschiedenen Workshops erarbeiteten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen mehrere Handlungsmöglichkeiten, wie man sich als Individuum in die politische Ausrichtung der Europäischen Union einbringen kann.

Rollrasen mit verschiedenen Ideen zu Europa, die auf Blättern geschrieben wurden
© forumZFD

Der Workshop „kreativer Aktivismus“ erarbeitete verschiedene Möglichkeiten, um im öffentlichen Raum auf Themen aufmerksam zu machen oder auch Kritik auszuüben.

Innerhalb des Workshops „Social Media, Blog und Podcasts? Einsatz für Frieden & Europa im Netz.“ wurden Methoden erarbeitet, um mit Hilfe von sozialen Netzwerken für den Frieden einzutreten. Damit dies aber auch in der Öffentlichkeit gelingt, fand ebenfalls der Workshop „Öffentlich. Simpel. Wirksam. Kreativer Aktivismus im öffentlichen Raum.“ statt. Zusätzlich wurden die Arbeitsgruppen „Politik beim Wort nehmen! Tipps für den Dialog mit Abgeordneten.“ und „Demokratie heißt Debatte! Hausparlamente und andere Formate für den direkten Dialog.“ angeboten. Thematisiert wurde hier der unmittelbare Dialog untereinander sowie mit Abgeordneten.

Christian Gülisch berichtete über die Arbeit des forumZFD im Nahen Osten und Kristen Schubert stellte das Programm im Westlichen Balkan vor. Anschließend setzten sie ihre Ausführungen in einen europäischen Kontext. Hierbei stellten sich weitere Perspektiven einer verstärkt friedenspolitischen Europapolitik heraus.

Zwar ergab sich aus der Aktionstagung des forumZFD keine idealtypische Antwort auf die Frage, wie das Friedensprojekt Europa zu retten sei, jedoch wurde das Bewusstsein der Teilnehmenden für die Notwendigkeit eines Zusammenhangs zwischen Friedens- und Europapolitik gestärkt. Wir hoffen, dass einige Teilnehmer und Teilnehmerinnen die Impulse und Anregungen der Workshops und Referenten in ihren Alltag einbinden und die erarbeiteten Handlungsmöglichkeiten umsetzen.