Wegen Corona: Friedensläufe bundesweit abgesagt

forumZFD ruft zu Online-Spendenaktionen für den Frieden auf

Bei den Friedensläufen in acht deutschen Städten, darunter Aachen, Berlin und Bonn, setzen rund 15.000 Kinder und Jugendliche jedes Jahr ein sichtbares Zeichen für Zusammenhalt und Solidarität. In diesem Jahr ist es jedoch anders: Solidarität bedeutet Abstand halten, weswegen die Friedensläufe ausfallen müssen. Das ist nicht nur für die vielen Schüler*innen enttäuschend, sondern bedeutet auch, dass Spenden in Höhe von etwa 150.000 Euro für die Friedensarbeit fehlen.

Kinder am Start des Berliner Friedenslaufs
© forumZFD/kuxma

„Die Corona-Krise wird die Menschen in von Kriegen betroffenen Regionen noch härter treffen als uns, Konflikte werden eher noch verschärft. Darum werden Spenden für unsere Friedensarbeit gerade jetzt dringend gebraucht“, erklärt Oliver Knabe, Vorstandsvorsitzender des Forum Ziviler Friedensdienst e.V. (forumZFD), das die Friedensläufe mitveranstaltet.

Die Friedensorganisation ruft deshalb nun zu Spendenaktionen im Internet auf. Über die Online-Spendenaktion „Mein Friedenslauf“ können alle in wenigen Minuten ab sofort ihren persönlichen Friedenslauf starten.

„Alle können aktiv werden“, betont Friedenslauf-Referentin Christine Lieser, die die Online-Spendenaktionen betreut. „Es muss nicht gleich ein Marathon sein. Spendengelder lassen sich auch beim Spazieren gehen, Radfahren oder Inline skaten sammeln. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt: Wer mag, kann auch etwas basteln, eine ‚Zu verschenken‘-Kiste vor das Haus stellen, häkeln oder den eigenen Geburtstag nutzen, um Spendengelder zu sammeln. Jede Spendenaktion ist wichtig, denn all das sind kleine Schritte für den Frieden.“

In acht Städten waren für dieses Jahr Friedensläufe geplant: Berlin, Münster, Neuss, Bonn, Jülich, Aachen, Darmstadt und Freiburg. Die rund 150.000 Euro an Spendengeldern, die die Kinder und Jugendlichen dabei jährlich erlaufen, kommen der Friedensarbeit des forumZFD zugute. Zum Beispiel im Libanon, wo die Friedensorganisation das Miteinander der verschiedenen Religionsgemeinschaften sowie von Einheimischen und Geflüchteten fördert. Denn im Libanon, der viele Schutzsuchende aus dem Nachbarland Syrien aufgenommen hat, kommt es immer wieder zu Spannungen und Anfeindungen zwischen den Bevölkerungsgruppen. Das forumZFD wirkt Vorurteilen und Konflikten unter anderem durch die Förderung von Gemeinschaftszentren entgegen, in denen sich Menschen begegnen und Freundschaften schließen können.

„Solidarität ist in Krisenzeiten wie der aktuellen Pandemie besonders wichtig“, so forumZFD-Vorstand Oliver Knabe. „Durch die Friedensarbeit stärkt das forumZFD den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland sowie zwölf Einsatzländern weltweit. Dafür brauchen wir breite Unterstützung und mit einer persönlichen Online-Spendenaktion kann jede*r Einzelne ein sichtbares Zeichen für den Frieden setzen.“