Romeo und Julia in Prijedor

Friedensarbeit trotz Pandemie in Bosnien-Herzegowina

Theater in Prijedor
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Die Covid-19-Pandemie hat zwar keinen Einfluss auf Grundsätze und Ziele des forumZFD in Bosnien-Herzegowina, jedoch hat sich die Art und Weise der Kommunikation mit Partnerorganisationen stark verändert. Unser Team vor Ort nutzte die Zeit zwischen März und September 2020 vor allem zur Stärkung unserer Partnerschaften und zur Planung oder Neugestaltung von Projekten und Strategien. So war dies auch der richtige Zeitpunkt, die bisherige Zusammenarbeit zurück zu blicken. Zum Beispiel auf die Partnerschaft mit der Organisation Most Mira („Brücke des Friedens“) in Prijedor.

Unsere Aktivist*innen in Bosnien-Herzegowina übten in Zusammenarbeit mit Most Mira ein Theaterstück ein. Angelehnt an Shakespeares „Romeo und Julia“ entstand eine Komödie mit wertvollen Lektionen für den Umgang mit Konfliktsituationen. Die Premiere fand im Dezember 2019 im Rahmen einer Tagung statt, an der Jugendvertreter*innen politischer Parteien, Lehrer*innen, Jugendaktivist*innen, Theaterregisseur*innen und andere Gäste teilnahmen. Das kontrovers diskutierte Thema der Tagung war die Friedensförderung in lokalen Gemeinschaften unter Verwendung verschiedener künstlerischer Methoden und alternativer Ansätze. Das Theaterstück kam bei den Zuschauer*innen gut an und es folgten weitere Vorführungen, unter anderem in Sarajevo.

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Das Video zum Projekt

Trotz der Pandemie wird das forumZFD die Zusammenarbeit mit Most Mira im Jahr 2020 mit seinem Beitrag zum Bildungsprogramm für Studierende zum Thema „junge Demokratie und Menschenrechte in Zeiten von Covid-19“ fortsetzen, wobei der Schwerpunkt auf dem Friedenskonsolidierungsprozess und dem Umgang mit der Vergangenheit in der Stadt Prijedor liegt.

Die Vergangenheitsbewältigung ist in Anbetracht der ethnischen Säuberungen während des Bosnienkriegs 1992, bei denen 3176 Zivilisten, darunter 102 Kinder, ermordet wurden, sehr komplex. Die mediale Aufmerksamkeit durch veröffentlichte Bildaufnahmen diverser Haftlager drängte die internationale Gemeinschaft zur Errichtung des Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY). Aktuell gelten noch immer 660 Menschen als vermisst. Nichts desto trotz ist Prijedor dank engagierter Friedensfachkräfte und einer aktiven Zivilgesellschaft ein gutes Beispiel für eine konstruktive Vergangenheitsbewältigung.

Neben der Zusammenarbeit mit Most Mira unterstützt das forumZFD in der Stadt die Stiftung IKS beim Aufbau eines lokalen Archiv- und Dokumentationszentrums.

Adis Hukanović ist Projektkoordinator des forumZFD in Bosnien und Herzegovina.