Österreich führt Zivilen Friedensdienst ein

Koalitionsvertrag greift Forderung des österreichischen Versöhnungsbunds auf

Die neue türkis-grüne Bundesregierung will einen Dienst nach deutschem Modell einrichten. Das forumZFD begrüßt das Vorhaben ausdrücklich.

Symbolbild ZFD Österreich
© pixabay / Fachdozent

Die gestern angetretene Bundesregierung in Österreich will einen Zivilen Friedensdienst (ZFD) einführen. Das haben die Koalitionäre im Regierungsprogramm vereinbart.

forumZFD-Vorstand Oliver Knabe begrüßt das Vorhaben und gratuliert den Initiatorinnen und Initiatoren: „Mit einem Zivilen Friedensdienst stärkt Österreich die wichtige Rolle der Zivilgesellschaft für Frieden und zivile Krisenprävention. In einer Zeit neuer militärischer Eskalation in Nahost und der Unterdrückung gewaltfreier Protestbewegungen brauchen wir mehr Unterstützung für zivilgesellschaftliche Friedensarbeit.

Zu diesem politischen Erfolg gratulieren wir allen voran unseren Freundinnen und Freunden vom österreichischen Versöhnungsbund, die sich seit Jahren für die Initiative eingesetzt haben. Das forumZFD hat sich seit der Einführung des deutschen Zivilen Friedensdienstes vor 20 Jahren für vergleichbare Programme in anderen europäischen Ländern engagiert. Darum freuen wir uns sehr über die Ankündigung Österreichs und bieten gerne unsere Unterstützung und Beratung an.“

Erfolg für die Zivilgesellschaft

Der internationale Versöhnungsbund in Österreich hatte vor den Nationalratswahlen 2019 für einen Zivilen Friedensdienst geworben und ein entsprechendes Gesetz vorgeschlagen. Der Vorschlag greift die zentralen Elemente des deutschen Zivilen Friedensdienstes auf: Staatliche Förderung für die Entsendung ausgebildeter, ziviler Fachkräfte zur Krisenprävention und Friedensförderung in zivilgesellschaftlicher Trägerschaft. Die österreichischen Grünen nahmen die Forderung schließlich in ihr Wahlprogramm auf und sie fand Eingang in das Regierungsprogramm von ÖVP und Grünen.

Das forumZFD erreichte im Jahr 1998 einen vergleichbaren Erfolg, als die erste rot-grüne Bundesregierung die Einführung eines Zivilen Friedensdienstes in den Koalitionsvertrag aufnahm. Seitdem haben sich rund 1.400 ZFD-Fachkräfte in knapp 60 Ländern erfolgreich für Friedensförderung und Gewaltprävention eingesetzt.