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Gewaltfreie Kommunikation im Libanon (2020–2021)

Förderung von Zusammenarbeit, Verbundenheit und Gewaltfreier Kommunikation im Libanon

Im Jahr 2019 brachte das forumZFD einige Wegbereiter der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) im Libanon zusammen. Wir organisierten Schulungen und Workshops zu dem Thema, in denen die Teilnehmenden das Einfühlen in Gefühle und Bedürfnisse, also Empathie für sich selbst und andere trainierten. Die Teilnehmer*innen konnten ihr Zuhören schulen sowie ihr Verständnis von Bedürfnissen (wonach wir wirklich streben) und Strategien (Methoden, um diese Bedürfnisse zu stillen). Sie lernten Werkzeuge kennen, die es ihnen ermöglichen, eine tiefere Verbindung zu sich selbst und anderen zu schaffen. Angesichts des Erfolgs dieser ersten Schulungen und Workshops beschloss das forumZFD, ein neues Projekt in die Wege zu leiten, das sich ausschließlich mit der Gewaltfreien Kommunikation befasst.
Lebanon
© forumZFD

Im Zeitraum 2020 bis 2021 bietet das forumZFD mehr Workshops für Fachkräfte und Trainer*innen auf Anfänger*innen- und Fortgeschrittenenniveau an. Des Weiteren werden wir Gruppen und Gemeinschaften begleiten, die Systeme und/oder Strukturen der Gewaltfreien Kommunikation etablieren möchten, um Konflikte und Spannungen ganz ohne Gewalt zu lösen. Im Hinblick auf eine bessere Verfügbarkeit von Arbeitsmaterial beabsichtigt das forumZFD außerdem, sich für die Gestaltung und Veröffentlichung von GFK-Ressourcen auf Arabisch einzusetzen.

© Catrin Fröhlich

 

Was bedeutet Gewaltfreie Kommunikation?

Ausgangspunkt des Konzepts der Gewaltfreien Kommunikation ist die Annahme, dass alle Menschen eine Fähigkeit zu Mitgefühl und Empathie besitzen. Jedes menschliche Verhalten rührt von dem Versuch, allgemeine menschliche Bedürfnisse zu befriedigen, die sich untereinander niemals entgegenstehen. Ein Mensch wird nur dann auf Gewalt oder für andere schädliches Verhalten zurückgreifen, wenn Strategien zur Erfüllung dieser Bedürfnisse kollidieren.

Die Gewaltfreie Kommunikation zielt im Falle von Konflikten oder Spannungen darauf ab, die Bedürfnisse aller Konfliktparteien zu bestimmen, indem Gedanken und Gefühle analysiert werden. Sind die Bedürfnisse offengelegt, entwickeln die Parteien mögliche Strategien und wählen am Schluss diejenige aus, die den Ansprüchen aller Beteiligten am ehesten gerecht wird.

Die GFK soll helfen, Veränderungsprozesse auf drei miteinander verbundenen Ebenen in Gang zu bringen: in einem selbst, zwischen allen Beteiligten und innerhalb von Gruppen und sozialen Systemen. Gelehrt wird dieses Konzept als ein Prozess der zwischenmenschlichen Kommunikation mit dem Ziel des Aufbaus einer empathischen Verbindung zum Gegenüber.

Die Gewaltfreie Kommunikation ist eine bewährte Methode in der Konflikttransformation, der Schlichtung und Gewaltprävention, kommt aber auch in Schulen, Unternehmen, in der Psychotherapie, in NGOs, Behörden und Einrichtungen sowie in anderen Kontexten zum Einsatz mit der Intention...

  • Mitgefühl und Verständnis für einen selbst und andere zu stärken

  • Wunden vergangener Gewalt zu heilen und sichere Orte für den Erfahrungsaustausch zu eröffnen

  • einen Sinn für Gemeinschaft, Verbundenheit und Verbindungen zu schaffen

  • Sicherheit und Fertigkeiten in der Konfliktbewältigung und eine positive Haltung zu Konflikten (z. B. das Positive an Konflikten sehen zu können) zu entwickeln

  • ein Verständnis für Gefühle, Bedürfnisse und Gründe für Spannungen und Konflikte sowie für gemeinsame Bedürfnisse hinter gegensätzlichen oder kontraproduktiven Strategien zu entwickeln

  • ein Bewusstsein für Wahlmöglichkeiten und einen Sinn für Selbstwirksamkeit und Verantwortung zu schaffen

  • sich von Vorurteilen und sozialem Druck frei und stärker zu machen.

 

Weitere Informationen finden Sie hier oder auf den Seiten des Center for Nonviolent Communication sowie auf der Facebook-Seite für GFK in der Arabischen Welt.

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