Gesellschaftlicher Wandel lässt sich gestalten

Interkommunale Fachtagung in Salzgitter-Bad

Am Freitag, den 23. November 2018 ging im Ratskeller in Salzgitter-Bad die zweitägige Interkommunale Fachtagung zum Thema „Integrationskonflikte frühzeitig erkennen – Chancen nutzen“ zu Ende. Mehr als 50 Vertreter und Vertreterinnen von Kommunen aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Hamburg sowie von Hochschulen aus Baden-Württemberg und Bayern waren auf Einladung des Forum Ziviler Friedensdienst e.V. (forumZFD) gekommen. Sie berieten, wie gesellschaftliche Integration zukunftsweisend gestaltet werden kann.

Podiumsdiskussion
© forumZFD

Salzgitter bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht nur den Tagungsort: „Seit ihrer Gründung ist unsere Stadt mit der Integration von Menschen umgegangen, die hierher gezogen sind, und wir haben es geschafft, eine sehr lebendige Stadtgesellschaft zu entwickeln“, sagte 1. Stadträtin und Sozialdezernentin Christa Frenzel zu Beginn der Tagung.

Die Gruppe machte sich zunächst vertraut mit der Arbeit in Treffpunkten und Stadtteilzentren in Fredenberg, in der Berliner Straße und in der Ost-West-Siedlung. Sie war beeindruckt davon, auf welche Weise unterschiedliche Akteure wie Soziale Träger, Wohnbaugesellschaften, Polizei und Verwaltung zusammen wirken, um Zugezogenen einen Zugang zur Gesellschaft zu verschaffen.

„Wir erfahren auch in anderen Städten, dass die Zusammenarbeit über die Grenzen von Institutionen hinweg entscheidend für den Erfolg ist“, sagte Bart Denys, Programmleiter des forumZFD. Gesellschaftlicher Wandel ließe sich nicht aufhalten, aber zum Nutzen der Stadt konstruktiv gestalten. Deshalb arbeite die Organisation mit dem Land Niedersachsen zusammen, um es Kommunen zu erleichtern, Beratungsleistungen zur Unterstützung dieser Prozesse anzufragen.

Für viele Auswärtige bot das SOS-Mütterzentrum in der Braunschweiger Straße, in dem die Tagung am Donnerstag-Nachmittag von Christa Frenzel und vom Leiter der Polizeiinspektion Salzgitter/Peine/Wolfenbüttel Volker Warnecke eröffnet worden war, ein eindrückliches Beispiel für Integration. Der laufende Betrieb zeigte ihnen, dass hier im Mehrgenerationenhaus Menschen unterschiedlichen Alters und verschiedener Herkunft zusammen kommen, miteinander in Austausch treten und das Miteinander immer neu aushandeln.

Das forumZFD unterstützt mit seinem Programm „Partizipative Wege der nachhaltigen Integration“ die Arbeit der städtischen Koordinatoren und Koordinatorinnen in sechs Stadtteilen in Salzgitter. Neben der kontinuierlichen Erfassung von Sozialdaten beobachten diese Koordinatoren die Wirkungen der Projekte unterschiedlicher Träger, identifizieren Probleme und stellen eine Verbindung zu Entscheidungen der Stadt her. „Es ist uns wichtig, Maßnahmen so zu planen, dass sie Menschen entsprechend ihrer Lebenslagen und den damit verbundenen Herausforderungen ansprechen“, sagte Frenzel. Genau hinschauen und den Betroffenen zuhören, sie zu Beteiligten statt nur zu Hilfsempfängern machen, auch das gehörte zu den Erfolgskriterien, die von den Teilnehmenden der Tagung herausgearbeitet wurden.

Die Interkommunale Fachtagung wurde vom Forum Ziviler Friedensdienst e.V. im Rahmen des Projekts „Kommunale Konfliktberatung: Partizipative Wege zur nachhaltigen Integration“ veranstaltet. Das Projekt wird von der EU über den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) und durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gefördert. Zurzeit finden kommunale Beratungsprojekte neben Salzgitter in den Städten Ludwigslust und Verden sowie im Landkreis Peine statt.