Frieden auf Sendung – Medien gegen Extremismus und Gewalt

Online-Dossier zum ZFD auf den Philippinen

Ab heute zeigt der Zivile Friedensdienst in seinem Online-Dossier „Gewalt vorbeugen – das geht“, wie Friedensjournalimus auf den Philippinen Gewalt und Radikalisierung vorbeugt. Auf der Insel Mindanao setzt sich ein Netzwerk aus zivilgesellschaftlichen Organisationen für eine ausgewogene Berichterstattung ein, damit Medien die aufgeheizte Stimmung entspannen, statt sie weiter zu befeuern.

Ein Mann mit Megaphon und dem Schriftzug Prävention ist Schall statt Rauch
© Aubrey Rocin Llamas

Seit mehr als 40 Jahren kämpfen auf Mindanao, der zweitgrößten Insel der Philippinen, verschiedene Rebellengruppen gegen Regierungstruppen für Unab­hängigkeit, Gerechtigkeit und Teilhabe. Im Mai eskalierte die Situation, als IS-nahe Rebellen die Stadt Marawi einnahmen.

Auf den Philippinen herrscht eine angespannte Situation, die durch eine sensations­heischende Berichterstattung verschärft wird“, berichtet Daniel Ong, der als Fachkraft des forumZFD das Kutawato Multimedia Network (KuMuNet) unterstützt.

Wie findet Frieden da Gehör? KuMuNet fördert einen Friedensjournalismus, der Informationen über die Konflikte auf Mindanao mit Fingerspitzengefühl aufbereitet. Dazu wird sogar eine eigene Radiosendung produziert.

Schon mehrfach kühlte das Programm die aufgeheizte Stimmung in der Bevölkerung durch ausgewogene Berichte und offene Diskussionsrunden ab. Heikle Missverständnisse konnten geklärt und Gewalt im Keim erstickt werden. Selbst Regierung und Rebellengruppen schalten sich ein, um ihre Sichtweisen zu erläutern. Der Austausch „on air“ verstärkt den wichtigen Dialog zwischen den Konfliktparteien, oft der erste Schritt in Richtung Frieden.

Derzeit funkt das Friedensradio einmal wöchentlich auf Mindanao. Wenn es mehr Mittel gäbe, könnte die Medienarbeit ausgebaut werden. Ong ist überzeugt: „Ein Netzwerk aus zivilgesellschaftlichen Organisationen und konfliktsensiblen Journalisten wird unser bestes Gegenmittel zu Propaganda und gewalttätigem Extremismus sein.“

Über den ZFD:

Der Zivile Friedensdienst (ZFD) ist ein Programm für Gewaltprävention und Friedensförderung in Krisen- und Konfliktregionen. Er setzt sich für eine Welt ein, in der Konflikte ohne Gewalt geregelt werden. Neun deutsche Friedens-und Entwicklungsorganisationen führen den ZFD gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen durch. Der ZFD wird von der Bundesregierung gefördert. Fachkräfte des ZFD unterstützen Menschen vor Ort langfristig in ihrem Engagement für Dialog, Menschenrechte und Frieden. Aktuell arbeiten mehr als 300 internationale ZFD-Fachkräfte in 44 Ländern.

Das forumZFD ist eine der nun Organisationen im ZFD.