„Das forumZFD setzt
der Gewalt etwas
Visionäres entgegen.
Das unterstütze ich aus
vollem Herzen.“

Eva Mattes
Schauspielerin

„Gerne unterstütze ich das
Friedensengagement des
forumZFD, denn die zivile
Konfliktbearbeitung ist die
Herausforderung der Zukunft.“

Jaecki Schwarz
Schauspieler

„Ich bin froh, dass meine
Ersparnisse fürs Alter beim
forumZFD schon heute in
Form eines Darlehens etwas
für den Frieden bewegen.“

Eugénie Wilhelmi
Darlehensgeberin

„Ohne die finanzielle
Hilfe von Menschen für
das forumZFD könnte ich
meine Friedensarbeit hier im
Kosovo gar nicht leisten.“

Nehari Sharri
Friedensfachkraft
Information

Bitte beachten Sie, dass unsere Geschäftsstelle aufgrund des Umzugs in der Zeit vom 31. Januar bis 5. Februar nicht erreichbar ist. Wir bitten um Ihr Verständnis, falls wir auch in der darauffolgenden Woche noch nicht so schnell wie üblich auf Anfragen reagieren können.

Die Geschäftsstelle des forumZFD zieht um!
ab 01. Februar 2012:
Am Kölner Brett 8,
50825 Köln-Ehrenfeld

Telefon (ab 6. Februar)

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Berater Nahost

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Telefon: 
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E-Mail: 
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Israel & Palästina: Dialog zwischen Völkerrecht und Religion

Aufbau und Unterstützung von interreligiösen und zivilgesellschaftlichen Dialogstrukturen mittels Völkerrecht und Religion im palästinensisch-israelischen Konflikt
Die Situation: 

"I don't believe in charity. I believe in solidarity. Charity is vertical, so it's humiliating. It goes from the top to the bottom. Solidarity is horizontal. It respects the other and learns from the other. I have a lot to learn from other people." - Eduardo Galeano

­„Ich glaube nicht an Mitleid. Ich glaube an Solidarität. Mitleid ist vertikal, es ist erniedrigend. Es verläuft von oben nach unten. Solidarität ist horizontal. Sie respektiert den Anderen und lernt vom Anderen. Ich kann viel von anderen Menschen lernen.“ - Eduardo Galeano

Seit mehreren Jahren driften die palästinensischen und israelischen Gesellschaften auseinander. Konflikte zwischen Israelis und Palästinenser/-innen, zwischen Christen/ Christinnen, Muslems/Muslima und Juden/Jüdinnen, zwischen Armen und Reichen, sowie zwischen Säkularen und Religiösen zersplittern die Gesellschaften. Dialog ist politisch unerwünscht, wird sogar verhindert. Das spielt sowohl den radikalen Kräften in die Hände als auch den Eliten, die von den Konflikten profitieren. Wie aber kann man an einer Zukunft bauen, wenn man sein Gegenüber nicht kennt? Wie kann man Lösungen für Probleme entwickeln, wenn man nicht bereit ist, mit dem Gegenüber über die Ursachen, Interessen und Hoffnungen zu sprechen?

Unser Ansatz:
„Man muss über die Themen sprechen, die keiner hören will,“ sagt Abdullah Mahmoud von unserer Partnerorganisation „Shams“ (Sonne) in Ramallah. Gleiches gilt auch für Gruppen, mit denen wir im Projekt zusammenarbeiten: muslimische, jüdische und christliche Gläubige, konkret männliche und weibliche Sharia-Studierende der Universitäten und Colleges der nördlichen Westbank, junge, palästinensische Christinnen und Christen aus Bethlehem – darunter Schulabsolventen und Theologiestudierende - und 30-60jährige jüdische Mitglieder der Talmudschule Iyun in Tel Aviv.
Man muss diese Gruppen reden, muss sie in die Lösungssuche einbinden, statt sie auszugrenzen. Denn: In der Isolation bestätigt jede Gruppe stets nur sich selbst, ihre Rechtsansprüchen sowie ihre (mehr oder weniger bequeme) Opferrolle. Die Auseinandersetzung mit anderen Menschen und Gruppen sowie mit Themen wie Völkerrecht und Menschenrechten eröffnet religiösen Menschen neue Horizonte. Dadurch können bekannte Interpretationen hinterfragt, eigene Werte und Rollen neu interpretiert werden. Ein Ziel ist es, Wissen über das Völkerrecht und seine Rolle im israelisch-palästinensischen Konflikt zu vermitteln. Ein weiteres Ziel ist es, die gewaltmindernden Interpretationen in den drei Religionen bekannt zu machen. Darüber hinaus wird versucht, ‚kritisches Denken‘ bei den Teilnehmenden zu unterstützen, d.h. unter anderem, dass sie dazu angehalten werden, die in ihren jeweiligen Gesellschaften vorherrschenden Narrative und Selbst-Rechtfertigungen zu hinterfragen und Verantwortung für die Art der Konfliktaustragung zu übernehmen.

Was wir tun: 

Mit unseren lokalen Partnerorganisationen ‚Association for Civil Rights in Israel/ACRI‘ in West-Jerusalem, Shams in Ramallah, Wi’am in Bethlehem, der Talmudschule ‚Iyun‘ sowie der Studierendenvereinigung ‚Hillel‘ (beide in Tel Aviv) haben wir gemeinsam Workshopreihen durchgeführt: Zunächst setzten sich in getrennten Gruppen die moslemischen, christlichen und jüdischen Teilnehmenden mit internationalen Normen auseinander. Diese Normen wurden in Beziehung gesetzt zu den in den verschiedenen Religionen herrschenden Gebote und Dogmen. So wird beispielsweise in den Gruppen diskutiert, wie mit Kriegsgefangenen umgegangen wird und wie mit ihnen umgegangen werden sollte – gemäß ihrer Religion sowie gemäß völkerrechtlicher Standards: ein ‚Dialog‘ zwischen diesen beiden Normsystemen wird initiiert. Deutlich wird dabei sehr schnell, dass es in jeder der drei abrahamitischen Religionen eine Vielfalt an Interpretationen der religiösen Texte gibt und dass es in erster Linie eine persönliche Entscheidung ist, welche Interpretationen man für angemessen hält und welche Schlussfolgerungen für das eigene Handeln daraus gezogen werden. Völkerrecht und Menschenrechte stehen keineswegs in einem automatischen Widerspruch, aber eben auch nicht in völliger Übereinstimmung zu religiösen Normen - weder im Christentum, noch im Islam oder im Judentum.

In einem zweiten Schritt haben wir die christliche sowie die muslimische Gruppe (sowie die jeweiligen lokalen Partnerorganisationen) dazu ermutigt, einen Workshop über die Religionsgrenzen hinweg abzuhalten. Dort thematisierten sie einerseits die Wasserproblematik und pflanzten andererseits als Zeichen des Widerstands und der Hoffnung gemeinsam Bäume auf einer vom Abriss gefährdeten Farm. Eine direkte Begegnung zwischen jüdischen und christlichen oder muslimischen Teilnehmenden war entgegen ursprünglichen Plänen in dem kurzen Projektzeitrahmen nicht realisierbar. Die Begegnung zwischen Menschen verfeindeter Kollektive muss sensibel und Schritt für Schritt aufgebaut werden – und sie muss eine Perspektive haben: wie geht es weiter nach der Begegnung?

In einem dritten Schritt unterstützen das Projektteam und die lokalen Partnerorganisationen die Teilnehmenden der Workshops darin, eigene Projekte zu entwickeln und umzusetzen, sich über Konfliktlinien hinweg zu vernetzen oder in bestehenden Nichtregierungsorganisationen ehrenamtlich aktiv zu werden. Die Vermittlung von Wissen ist kein Selbstzweck. Je mehr man weiß, desto mehr Mitverantwortung gilt es zu tragen. Wir unterstützen unsere Teilnehmenden dabei, das gesammelte Wissen in Taten umzusetzen. So organisierten wir auf Bitten einer jüdischen Gruppe eine Studientour in die Besetzten Palästinensischen Gebiete, um die Teilnehmenden in die Lage zu versetzen selber Eindrücke über die Situation zu erhalten und in einen ersten, noch oberflächlichen Dialog mit palästinensischen Kollegen/Kolleginnen aus der Zivilgesellschaft zu treten. Ein anderes Beispiel: Wir produzieren gegenwärtig mit einer Gruppe von Sharia-Studierenden einen Werbespot zum „Völkerrecht“.

Fakten zum Projekt
Standort: 
Beit Jala
Projektzeitraum: 
2007 - 2010
Träger: 
pax christi Rottenburg-Stuttgart und Forum Ziviler Friedensdienst
Fachkraft: 
Hiam Abbu-Dayyeh, Seba Abbu-Dagga (bis Mai 2010), Christina Bermann-Harms, Michael Alexander (bis Mai 2010), und Jochen Stoll
Zielgruppen: 
Multiplikator/-innen und Studierende der drei Religionsgemeinschaften: 20 israelische Juden/Jüdinnen, 30 palästinensische Christ/-innen, 15 palästinensische Muslems/Muslima, sowie eine christlich-muslimische Gruppe von 70 Personen.
Partnerorganisationen: 
Association for Civil Rights in Israel, Jerusalem - http://www.acri.org.il/eng/ ; Beit Midrash Iyun, Tel Aviv; Shams – Center for Democracy and Media, Ramallah - http://www.shams-pal.org/pages/english/aboutus.aspx ; Wi’am, Bethlehem - http://www.alaslah.org/
Finanzierung: 
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Ansprechpartner: