Aktuelles

Ergebnisse der Sondierungsgespräche enttäuschen

Mehr als 500 Menschen sind unserem Aufruf von Dezember gefolgt und haben Martin Schulz vor den Sondierungsgesprächen an die Wahlversprechen der SPD zu Frieden und Abrüstung erinnert. Nun liegen die enttäuschenden Ergebnisse der Sondierungsgespräche vor.

Interkommunale Fachtagung in Berlin

"Lokale Akteure vernetzen - Gemeinsam die Integrationsherausforderung von heute und morgen bewältigen". Zu diesem Thema kamen am 16. und 17. November ehemalige, aktuelle und zukünftige Projektpartner in Berlin zusammen, um sich auszutauschen und zu vernetzen.

Zweiter Kölner Nachhaltigkeitstalk am 24.1.2018: Großbaustelle Nachhaltigkeit

Beim zweiten Nachhaltigkeitstalk am 24. Januar möchten wir in der Alten Feuerwache den Bericht „Großbaustelle Nachhaltigkeit“ vorstellen. Mit zwei Herausgebern, Kölner Bundestagsabgeordneten und Ihnen möchten wir über die Erwartungen für die Nachhaltigkeitspolitik des neuen Bundestages und der nächsten Bundesregierung diskutieren.

Die unbekannte Seite von Silke Maier-Witt

Köln, 30.11.2017. Jörg Schleyer und Silke Maier-Witt haben mit ihrer Begegnung menschliche Größe bewiesen. Silke Maier-Witt reiste Anfang des Jahres 2000 als erste Friedensfachkraft des forumZFD in den Kosovo.

Das nachhaltige Entwicklungsziel 16 mess- und kontrollierbar machen

Wie kann die Umsetzung des Friedensziels 16 der globalen Nachhaltigkeitsagenda messbar gemacht und überprüft werden? Diese Frage stellt sich eine Veranstaltung von FriEnt und des forumZFD am 13. Dezember in Berlin.

Philippinen: Frieden auf Sendung – Medien gegen Extremismus und Gewalt

Im Rahmen des Online-Dossiers "Gewalt vorbeugen - das geht" berichtet der ZFD auf seiner Webseite von unserer Arbeit auf der philippinischen Insel Mindanao. Der Fokus liegt auf Kooperationsprojekten des forumZFD mit lokalen Organisationen im Bereich Friedensjournalismus.

Neue Kurse zur Zivilen Friedens- und Konfliktarbeit

Köln, 13.10.2017. Die Akademie für Konflikttransformation im forumZFD hat ihr neues Programm für 2018 veröffentlicht.

Kein Jamaika ohne Peace!

Die Mitgliederversammlung des forumZFD formuliert Erwartungen an die Koalitionsverhandlungen für die neue Bundesregierung.

Hochaktuell und absolut verdient. forumZFD gratuliert ICAN zum Friedensnobelpreis 2017

"Die Verleihung an die internationale Kampagne für ein Atomwaffenverbot rückt eine hochaktuelle Problematik in den Blickpunkt der Öffentlichkeit." erklärt forumZFD-Vorstand Oliver Knabe.

Abschied von einem streitbaren Politker

Zum Tod von Heiner Geißler erinnert der Gründungsvorsitzende des forumZFD, Heinz Wagner, an einen streitbaren Politiker und frühen Unterstützer des Zivilen Friedensdienstes.

Zivile Konfliktbearbeitung und neue Theorien der Friedensforschung

Prof. DDr. Wolfgang Dietrich, Friedensforscher an der Universität Innsbruck, referiert am 13. September um 19:30 Uhr im Friedensbildungswerk, Köln.

Dokumentation zum Fachgespräch: Eine neue Städte-Agenda, auch für Köln?

Am 10. Mai 2017 fand im Studienhaus der Kölner Volkshochschule ein Fachgespräch über die Umsetzung der New Urban Agenda und der 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung auf lokaler Ebene statt. Dabei stand das Thema "inklusive und sicher Städte" im Fokus. Eine nun veröffentlichte Dokumentation fasst die Ergebnisse zusammen.

Deutschland bleibt eine Großbaustelle in Sachen Nachhaltigkeit

Elf zivilgesellschaftliche Verbände und Netzwerke veröffentlichen Bericht zum Zustand nachhaltiger Entwicklung in Deutschland. Sie fordern Veränderungen von der künftigen Bundesregierung und dem neuen Bundestag.

Volles Haus beim ersten Kölner Nachhaltigkeitstalk

Wie wollen die Parteien die globale Nachhaltigkeitsagenda in der nächsten Legislaturperiode umsetzen? Und welche Schwerpunkte wollen die Kölner Bundestagsabgeordneten dabei legen? Diese Fragen standen am Dienstag beim Nachhaltigkeits-Talk in der Alten Feuerwache in Köln im Mittelpunkt.

Bonner Friedenstage 2017

Das forumZFD lädt gemeinsam mit insgesamt 13 Organisationen des Koordinationskreises der Bonner Friedenstage zu vielfältigen Veranstaltungen vom 1. bis 30. September 2017 ein.

Auszeichnungen
  • Gustav-Heinemann-Bürgerpreis 1997
  • Göttinger Friedenspreis 2005
  • Friedenspreis Sievershäuser Ermutigung 2014
Kontakt

Forum Ziviler Friedensdienst e.V.
Am Kölner Brett 8, 50825 Köln

Tel.: 0221 91 27 32 - 0
kontakt@forumZFD.de
 

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Der Kampf um die Erinnerung

Die Kriege der 1990er Jahre und ihre Folgen sind in den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens weiterhin sehr präsent. Jedes Land, jede Bevölkerungsgruppe und jede Konfliktpartei pflegt bis heute ihre selektive Erinnerung an die Konflikte.

Feindbilder werden dadurch aufrecht erhalten und viele Konflikte bergen weiterhin enormes Gewaltpotential. Johannes Rüger, PR-Beauftragter im Regionalbüro Ziviler Friedensdienst in Belgrad sprach mit Selvedin Avdic (Bild rechts), Redakteur beim Online Magazin Zurnal, und Dubravko Lovrenovic (Bild unten), Professor für Geschichte an der Universität Sarajevo, über die Bedeutung von Symbolen und Denkmälern.

Johannes Rüger: Welche Rolle spielen Symbole und Denkmäler in der Politik Bosnien?
Selvedin Avdic: Bosnien ist bis heute kein echter Staat und hat folglich keine gemeinschaftlichen Symbole. Alle ethnischen Gruppen bestehen auf Symbolen, die die Bevölkerung teilen. Es gibt keine Symbole, die uns einen, weder die Flagge noch die Hymne. Die Menschen identifizieren sich nicht mit den staatlichen Symbolen.
Dubravko Lovrenovic: Nach dem Fall des Sozialismus blieb hier eine große Leere zurück. Diese Leere wurde dann mit einer Mischung aus nationaler Ideologie, Mythologie und Religion gefüllt. Es kam zu einer Unterbrechung des historischen Gedächtnisses. Denkmäler haben bei uns eine symbolische Funktion. Das Problem ist die totale Negierung all dessen, wofür einige Denkmäler stehen. Dadurch werden nicht nur die negativen, sondern auch die positiven Episoden, die jede Epoche natürlich hat, verdrängt.

Welche Symbole spalten die Menschen am meisten?
Avdic: Alle nationalen Symbole, die Bezug nehmen zur dunklen Vergangenheit dieses Landes. Oft werden Symbole bewusst mit der Intention gewählt, die andere Seite zu provozieren. Symbole werden somit politisch missbraucht.

Wer hat ein Interesse, die Menschen zu spalten?
Avdic: An erster Stelle ist es im Interesse der politischen Klasse, die Bevölkerung zu spalten. Das Programm der Parteien in diesem Land hat sich seit der Zeit des Krieges im Grunde nicht geändert. Alle Parteien sind noch immer ethnisch orientiert. Dazu missbrauchen sie nationale Symbole. Diese Form der Politik ist letztlich ein Ablenkungsmanöver. Die Bevölkerung bleibt in ethnischen Denkmustern verhaftet, statt sich um die konkreten Probleme des Alltags wie Arbeitslosigkeit, Wirtschaft und Gesundheitswesen zu kümmern und die politische Klasse für ihre Versäumnisse zur Rechenschaft zu ziehen. Im Grunde dienen Denkmäler der Austragung von Stellvertreterkonflikten innerhalb der politischen Klasse.

Ist eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit Bedingung für ein friedliches Zusammenleben?
Avdic: Vergangenheitsbewältigung ist ausgesprochen wichtig, aber Denkmäler werden in ihrer Bedeutung stets reinterpretiert. Schulbücher zum Beispiel dienen der Reinterpretation. Abhängig von der ethnischen beziehungsweise nationalen Zugehörigkeit werden Partisanen oder Ustasa als Helden oder Kriegsverbrecher dargestellt und Denkmäler mit entsprechenden Konnotationen belegt. Dies
stimmt mich pessimistisch, was die Aufarbeitung der Vergangenheit angeht, denn diese Schulbücher beispielsweise sind seit Jahren im Gebrauch und die gesamte Nachkriegsgeneration ist im Bewusstsein aufgewachsen, dass ihre jeweilige nationale Gruppe einen gerechten Krieg geführt hat. Daher bin ich auch nicht optimistisch, was die Bewältigung der Vergangenheit betrifft. Wichtig wäre es, dass wir in diesem Land zu Symbolen finden, die uns einander annähern, die uns einen. Die Spaltung des Landes, die Spaltung der Gesellschaft, ist in ihrer jetzigen Form unerträglich. In ganz Bosnien existiert kein Symbol das uns eint, nur Symbole, die uns trennen. Ich mag auch die Sichtweise nicht, dass Bosnien ein multikulturelles Land ist. Dieser Ansatz an sich befördert die Teilung. Wir konzentrieren uns hier stets auf die Unterschiede, nie auf die Gemeinsamkeiten.

Wie kommt es, das die Zivilgesellschaft sich dieser Vermischung von Politik und Religion sowie von Geschichte und Ideologie, nicht entgegenstellt?
Lovrenovic: Letztlich liegt das an den Mängeln unserer Verfassung, die aus dem Dayton-Friedensvertrag entstanden ist. Diese Verfassung blockiert jegliche Initiative, die nicht auf ethnisch zugeordneten Körperschaften fußt. Die Zivilgesellschaft in Bosnien hat also wenig Einfluss. Dies hat dazu geführt, dass die Zivilgesellschaft auf allen Ebenen, politisch, medial und im Bildungsbereich, nach wie vor getrennt ist. Das macht es natürlich sehr schwierig, große gesamtgesellschaftliche Bewegungen in Gang zu bringen. Meine Befürchtung ist, dass es für einen ernsthaften Sinneswandel in der bosnischen Gesellschaft inzwischen zu spät sein könnte.