„Das forumZFD setzt
der Gewalt etwas
Visionäres entgegen.
Das unterstütze ich aus
vollem Herzen.“

Eva Mattes
Schauspielerin

„Gerne unterstütze ich das
Friedensengagement des
forumZFD, denn die zivile
Konfliktbearbeitung ist die
Herausforderung der Zukunft.“

Jaecki Schwarz
Schauspieler

„Ich bin froh, dass meine
Ersparnisse fürs Alter beim
forumZFD schon heute in
Form eines Darlehens etwas
für den Frieden bewegen.“

Eugénie Wilhelmi
Darlehensgeberin

„Ohne die finanzielle
Hilfe von Menschen für
das forumZFD könnte ich
meine Friedensarbeit hier im
Kosovo gar nicht leisten.“

Nehari Sharri
Friedensfachkraft
Information

Bitte beachten Sie, dass unsere Geschäftsstelle aufgrund des Umzugs in der Zeit vom 31. Januar bis 5. Februar nicht erreichbar ist. Wir bitten um Ihr Verständnis, falls wir auch in der darauffolgenden Woche noch nicht so schnell wie üblich auf Anfragen reagieren können.

Die Geschäftsstelle des forumZFD zieht um!
ab 01. Februar 2012:
Am Kölner Brett 8,
50825 Köln-Ehrenfeld

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Entwicklungshilfe aus dem Süden

Gender Counts – Konfliktbearbeitung durch Stärkung von Friedensfrauen und männern

Am 31. Oktober 2000 verabschiedete der Sicherheitsrat der UNO die Resolution 1325. Dieser Beschluss appelliert an alle Konfliktparteien, Frauen weltweit eine gleichberechtigte Stimme zu geben, wenn in Krisen geschlichtet oder nach einem Konflikt der Wiederaufbau bewältigt werden muss. Anlässlich des 10. Jahrestages der UN-Resolution 1325 organisierte die Friedensorganisation OWEN Ende März in Berlin die Konferenz »Gender Counts«, um Erfahrungen mit der Umsetzung der Resolution in verschiedenen Konfliktregionen der Welt auszutauschen und zu analysieren. Die Konferenz wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

»Deutschland verschwendet sein Geld«, wirft die schwarze Frau aus Uganda dem weißen Mann auf dem Podium vor. »Ohne einen nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Resolution 1325 geht die deutsche Entwicklungshilfe an die Falschen. Es gibt so viel Korruption in Afrika. Das Geld muss den Frauen dort zugute kommen.« Das Publikum der Konferenz »Gender Counts«, rund 120 Frauen und Männer aus Deutschland, der Schweiz, Schweden, Ostafrika, Nahost, dem Balkan und dem Kaukasus, spendet Ruth Oijambo Applaus für ihren »Entwicklungsvorschlag an den Norden«. Doch Georg Birgelen, Beauftragter des Auswärtigen Amtes für zivile Krisenprävention und humanitäre Hilfe, weicht lieber aus: »Ob ein Aktionsplan, dessen Erstellung viele Ressourcen kostet, dafür eine Lösung ist, will ich jetzt offenlassen«, sagt der Beamte und verlässt eilig den Saal. Die 1992 gegründete Friedensinitiative OWEN – Mobile Akademie für Geschlechterdemokratie und Friedensförderung e.V. hatte die Konferenz »Gender Counts« in Kooperation mit dem deutschen Frauensicherheitsrat und dem Forum Ziviler Friedensdienst organisiert und dazu auch Vertreter des Bundesverteidigungsministeriums und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung eingeladen. Sie waren jedoch nicht erschienen. Auch Georg Birgelen hatte nur wenig Zeit, um sich die vielfältigen und oft ergreifenden Erfahrungsberichte aus aller Welt anzuhören. In Ruanda, Norduganda, IsraelPalästina, auf dem Balkan und im Kaukasus – überall waren es Frauen, die in oder nach Konflikten als Erste die ethnischen, politischen und religiösen Grenzen überwanden. In Ruanda errichteten sie Netzwerke zur gegenseitigen Unterstützung, im Kosovo schlugen sie Brücken zwischen albanischen und serbischen Ortsteilen, im Kaukasus halten sie junge Männer davon ab, sich bewaffneten Islamisten anzuschließen. Oft sind Friedensfrauen die Einzigen vor Ort, die noch einen Funken Hoffnung erzeugen können. Doch ihre Situation ist vielfach desaströs: Sie sind isoliert und erhalten zu wenig internationale Unterstützung. Initiativen wie das aus einem OWEN-Projekt entstandene Friedensnetzwerk Omnibus 1325, das Menschen aus dem Nord- und Südkaukasus zusammenbringt, mögen klein sein, sind aber überlebenswichtig (siehe Kasten).

Im Vordergrund der Konferenz stand der Erfahrungsaustausch in den Arbeitsgruppen, bei dem alle Gebende und Nehmende waren, egal ob sie von einer kleinen tschetschenischen NGO oder von einer großen deutschen Stiftung kamen. OWENs langjährige Erfahrung mit basisdemokratischer Pädagogik, die von den Biografien und Erfahrungen der Betroffenen ausgeht, sorgte dafür, dass Begegnungen auf Augenhöhe stattfanden. Frauen und Männer aus dem Norden lernten dabei auch, welch wichtige Rolle traditionelle Konfliktlösungen im Süden spielen. Colette Samoya aus Burundi, eine jener tausend Friedensfrauen, die 2005 für den Friedensnobelpreis nominiert wurden, gründete 1998 die Friedensorganisation Bangwe für die kriegserschütterte Region der Großen Seen in Zentralafrika. Bangwe, was in ihrer Sprache Kirundi »Hört auf zu kämpfen!« bedeutet, ist Teil der traditionellen Mediation durch Frauen, wenn Männer sich bekriegen. Auch Padare, eine antisexistische Männerorganisation aus Simbabwe, trägt die Tradition im Namen: Padare, so erläutert der Gründer der Organisation Jonah Gokova, sei eine althergebrachte Form männlicher Zusammenkünfte am abendlichen Feuer, bei der Beschlüsse gefasst werden. Frauen seien dabei ausgeschlossen. Seine Organisation nutze diese Tradition jedoch, um Gewalt gegen Frauen zu stoppen. »Real men don´t abuse women and children« – »Wahre Männer missbrauchen keine Frauen und Kinder«, steht auf den T-Shirts von Padare, die Jonah Gokova mitgebracht hat. Natürlich sei es nicht immer leicht, diese zu tragen, gibt er zu, aber die teils aggressiven Kommentare anderer Männer böten auch einen guten Anlass, mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Ein wesentlicher Teil der Konferenz war den ganz praktischen Problemen der Zusammenarbeit zwischen internationalen Organisationen und lokalen Friedensprojekten gewidmet. Ausländische Stiftungen sind für viele lokale Gruppen oft die einzige Chance, sie reagieren jedoch nicht selten zu bürokratisch und unflexibel, wenn es brennt. Es gibt aber auch ermunternde Beispiele: So fördert die schwedische Stiftung Kvinna till Kvinna seit dem Jahr 2005 Kooperationen zwischen Frauenorganisationen über die im Kaukasus bestehenden Konfliktlinien hinweg. »Unsere Botschaft lautet: Wir wollen am Ort des Geschehens sein«, erklärte Christine Bender von Kvinna till Kvinna den Teilnehmenden. »Es ist wichtig, das Umfeld der Frauen zu kennen. Ideen kommen von den Organisationen vor Ort. Das sind gute Ideen, mit denen wir gemeinsam langfristig arbeiten.« »Friedensstrategien müssen stets geschlechtersensibel und kultursensibel sein«, fasste OWEN-Teamleiterin Joanna Barelkowska am Ende der dreitägigen Konferenz die gewonnenen Erkenntnisse zusammen. »Es gibt keine globalen Patentrezepte. Friedensarbeit muss sich immer an den konkreten Kontexten und Handlungsmöglichkeiten der lokal Agierenden orientieren.«

Ute Scheub

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