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Forum Ziviler Friedensdienst fordert sofortigen Gewaltverzicht im Nord-Kosovo
Bonn/Belgrad, 30.09.2011. Angesichts der gewaltsamen Zwischenfälle an zwei administrativen Grenzübergängen zwischen Serbien und Kosovo warnt die im westlichen Balkan tätige Friedensorganisation Forum Ziviler Friedensdienst vor einer weitern Eskalation und fordert alle Akteure zum sofortigen Gewaltverzicht auf. Bei Auseinandersetzungen zwischen serbischen Demonstranten aus dem Norden Kosovos und internationalen KFOR-Truppen waren in dieser Woche mehrere Zivilisten und Soldaten verletzt worden.
Der Regionalkoordinator für den westlichen Balkan des forumZFD, Christian Pfeifer, forderte alle wichtigen Akteure auf, Gewalt als Lösungsoption auszuschließen und stattdessen die seit Januar diesen Jahres laufenden Gespräche zwischen Belgrad und Pristina als einzig legitimen Rahmen für die Lösung der an die Statusfrage anschließenden Konflikte anzuerkennen. „Die Gespräche haben bereits in der Vergangenheit zu Kompromissen in einzelnen technischen Fragen geführt und sich damit als Rahmen zur Überwindung weiterer Konflikte, etwa der Frage der Grenzkontrollen, bewährt“, sagte Christian Pfeifer.
Entscheidend für den weiteren Erfolg dieser Gespräche und eine Deeskalation der Situation im mehrheitlich serbisch bevölkerten Nordteil des Kosovo ist der politische Wille aller Beteiligten, einschließlich aller internationalen Akteure, auf Dialog und Verhandlungen zu setzen und nicht mit dem Einsatz von Gewalt Fakten zu schaffen. Darum ruft das forumZFD ruft hiermit eindringlich alle beteiligten Akteure dazu auf, sich ernsthaft für die erfolgreiche Fortsetzung der Belgrad-Pristina Verhandlungen einzusetzen.
Dragoslav Dedović, Berater für den westlichen Balkan des forumZFD, ergänzt: „Wir haben schon zu oft im westlichen Balkan die Erfahrung gemacht, dass die an einem Ort in Gang gesetzte Gewaltspirale im verwobenen System des gesamten westlichen Balkans destabilisierend wirkt. Dazu wird es unweigerlich führen, wenn weiterhin Menschen verletzt oder gar getötet werden.“
Eine ausführliche Analyse des Konflikts zwischen Serbien und Kosovo finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Fokus.Westbalkan. (http://www.forumzfd.de/node/589)
Forum Ziviler Friedensdienst e. V.
Das Forum Ziviler Friedensdienst e. V. (forumZFD) ist eine Dachorganisation von 39 Mitgliedsorganisationen und durch das Entwicklungsministerium anerkannte Entsendeorganisation. Es setzt sich für die Entwicklung ziviler Methoden der Konfliktbearbeitung und des Zivilen Friedensdienstes ein. Friedensfachkräfte des forumZFD sind in Projekten im westlichen Balkan, in Nahost, auf den Philippinen und in Deutschland tätig. In seiner Akademie für Konflikttransformation bildet das forumZFD Friedensfachkräfte aus, die weltweit in der Gewaltprävention und der Friedensförderung eingesetzt werden.
Im westlichen Balkan arbeitet das forumZFD in Bosnien-Herzegowina, im Kosovo, in Mazedonien und in Serbien. Im Mittelpunkt des Engagements stehen Projekte der Vergangenheitsarbeit und des Dialogs über ethnische Grenzen hinweg. Denn die dominierende Erinnerungskultur in der Region führt eher zur Stärkung von Feindbildern. Zu den Handlungsfeldern in der Region zählen die Stärkung und Vernetzung von politischen Initiativen der Vergangenheitsarbeit, die eine konstruktive, öffentliche Diskussion über die Vergangenheit anstreben sowie die Förderung demokratischer Strukturen und interethnischen Dialogs im Bildungswesen.
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