Aktuelles

Gemeinsam unsere Zukunft erinnern

Unter diesem Motto fand am 17. April 2018 in Tel Aviv der 13. Alternative Israelisch-Palästinensische Gedenktag unserer Partnerorganisation Combatants for Peace und des Parent Circle Families Forum statt.

forumZFD eröffnet Büro in Odessa

Mit zahlreichen Gästen aus der ukrainischen Zivilgesellschaft feierte das forumZFD am 24. April die Eröffnung seines Büros in Odessa.

Unterrichtsleitfaden "Konfliktsensibler Journalismus" veröffentlicht

Junge Medienschaffende in Mindanao, Phlilippinen, werden in Konfliktsensiblem Journalismus ausgebildet. Das forumZFD hat dazu ein Handbuch für Lehrerinnen und Lehrer herausgegeben.

Friedensarbeit ist die beste Prävention von Terror und Gewalt!

Bereits zum vierten Mal hat das forumZFD mit einem Side Event auf der Münchner Sicherheitskonferenz über zivile Friedensförderung informiert. Gemeinsam mit dem Bischöflichen Hilfswerk MISEREOR und der Friedensgruppe „Münchner Sicherheitskonferenz verändern lud das forumZFD zur Diskussion über Prävention von Terrorismus und Radikalisierung am Beispiel des Irak und der Philippinen.

Mali: "Voller Risse - voller Hoffnung"

Die Lage in Mali ist seit Jahrzenten sehr angespannt. Besonders der Norden ist von gewaltsamen Aufständen betroffen. Der ZFD und seine Partner suchen Auswege.

Aktion Zukunft 2018

Schüler treffen Flüchtlinge e.V.: Bewerbungsphase für das Seminar "Aktion Zukunft" für junge Menschen mit und ohne Fluchthintergrund eröffnet

Münchner Sicherheitskonferenz: forumZFD und MISEREOR fordern Vorrang für zivile Friedensförderung

Combatants for Peace erneut für Friedensnobelpreis nominiert

Das forumZFD gratuliert seiner langjährigen Partnerorganisation in Israel und Palästina zur erneuten Nominierung für den Friedensnobelpreis 2018

forumZFD zum Koalitionsvertrag: Wenig glaubwürdig - Ausbau ziviler Friedensförderung wiegt Aufrüstung und Rüstungsexporte nicht auf.

Visionen für den Frieden

Wie sind die Friedensprozesse im heutigen Bosnien und Herzegowina bisher verlaufen und was sind die Vorstellungen und Visionen für die Zukunft dieser Region? Diesen Fragen stellten sich 50 Referentinnen und Referenten sowie zahlreiche Gäste auf einer Veranstaltung des forumZFD in Sarajevo im Oktober 2017.

Abgeordnete und Zivilgesellschaft auf „Großbaustelle Nachhaltigkeit“

Deutschland ist noch weit von einer nachhaltigen Politik entfernt – zu diesem Ergebnis kamen die meisten Besucherinnen und Besucher des zweiten Kölner Nachhaltigkeits-Talks am 24. Januar in der Alten Feuerwache. Rund 80 Menschen folgten der Einladung des Bündnisses Kommunale Nachhaltigkeit Köln, des forumZFD und des Vereins KölnAgenda.

forumZFD fordert von der GroKo glaubwürdige Friedenspolitik

„Die nächste Bundesregierung muss sich glaubhaft für den Frieden einsetzen. Dazu brauchen wir eine Wende in der Rüstungsexportpolitik und einen klaren Vorrang für zivile Friedensförderung." erklärt forumZFD-Vorstand Oliver Knabe am 29.01.18.

Ergebnisse der Sondierungsgespräche enttäuschen

Mehr als 500 Menschen sind unserem Aufruf von Dezember gefolgt und haben Martin Schulz vor den Sondierungsgesprächen an die Wahlversprechen der SPD zu Frieden und Abrüstung erinnert. Nun liegen die enttäuschenden Ergebnisse der Sondierungsgespräche vor.

Interkommunale Fachtagung in Berlin

"Lokale Akteure vernetzen - Gemeinsam die Integrationsherausforderung von heute und morgen bewältigen". Zu diesem Thema kamen am 16. und 17. November ehemalige, aktuelle und zukünftige Projektpartner in Berlin zusammen, um sich auszutauschen und zu vernetzen.

Zweiter Kölner Nachhaltigkeitstalk am 24.1.2018: Großbaustelle Nachhaltigkeit

Beim zweiten Nachhaltigkeitstalk am 24. Januar möchten wir in der Alten Feuerwache den Bericht „Großbaustelle Nachhaltigkeit“ vorstellen. Mit zwei Herausgebern, Kölner Bundestagsabgeordneten und Ihnen möchten wir über die Erwartungen für die Nachhaltigkeitspolitik des neuen Bundestages und der nächsten Bundesregierung diskutieren.

Auszeichnungen
  • Gustav-Heinemann-Bürgerpreis 1997
  • Göttinger Friedenspreis 2005
  • Friedenspreis Sievershäuser Ermutigung 2014
Kontakt

Forum Ziviler Friedensdienst e.V.
Am Kölner Brett 8, 50825 Köln

Tel.: 0221 91 27 32 - 0
kontakt@forumZFD.de
 

Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE37370205000008240101
BIC: BFSWDE33XXX

Ansprechpartner

Richard Klasen

Referent Agenda 2030 und Friedenspolitik

Abteilung Kommunikation
Telefon: 
0221 91 27 32 - 37
E-Mail: 
klasenatforumZFD [dot] de
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„Was wir brauchen, sind Flucht- und Migrationslotsen“

Ein Gespräch mit Prof. Dr. Hanne-Margret Birckenbach

Seit Anfang des Jahres ist die Politik- wissenschaftlerin Hanne-Margret Birckenbach Mitglied des Kuratoriums des forumZFD.
Die Schwerpunkte ihrer Forschungsarbeiten liegen
in Fragen der Friedens- und Konfliktforschung sowie der Konfliktprävention. Sie arbeitet aber auch zu Menschenrechtspolitik und internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen.
Mit ihren Beiträgen zur „Friedenslogik“, die sie der klassischen „Sicherheitslogik“ der Politik gegenüberstellt, prägte die Europaexpertin die friedenspolitische Diskussion der letzten Jahre. Richard Klasen sprach mit Frau Birckenbach.

Die Vereinten Nationen werden in diesem Jahr 70 Jahre alt. Zum Feiern ist angesichts der vielen Konflikte und Kriege in der Welt aber niemanden zumute.

Die Leistung der Vereinten Nationen wird ständig herabgewürdigt. Ich finde es sehr wichtig, dem etwas entgegenzusetzen. Nehmen wir den Sicherheitsrat: Vielen ist
er ein Dorn im Auge, weil die Vetomächte häufig blockieren. Aber friedenspolitisch gesehen ist das gerade der Sinn des Sicherheitsrats. Seine Zusammensetzung macht es schwer, Zustimmungen für militärische Interventionen und für kriegerische Aktivitäten zu erhalten. In dieser heterogenen Konstruktion steckt sehr viel Weisheit: Wer Konflikte lösen will, muss andere Wege suchen als den der Gewalt, und das heißt auch, andere Institutionen wie die Vollversammlung überzeugen.

Welche Rolle spielen globale Vereinbarungen wie die kommenden nachhaltigen Entwicklungsziele für friedenslogische Politik?

Hinter der Agenda steckt ein langer dialogischer Verhandlungsprozess. Dass die Formulierungen im Einzelnen manchmal vage sind, das ist eine andere Frage. Aber immerhin sind jetzt Ziele formuliert, hinter die man einfach nicht zurückfallen darf, wenn man als Staat glaubwürdig sein und ernst genommen werden will.

Die Agenda unterstützt die Arbeit der in der Entwicklungspolitik arbeitenden zivilgesellschaftlichen Kräfte. Und zwar in allen Ländern, nicht nur bei uns in Deutschland. Wenn ich mir überlege, welche Bedeutung die Vereinten Nationen in Russland, in der Ukraine und in vielen anderen Ländern haben, dann hilft das Dokument dabei, dass wir uns grenzüberschreitend miteinander verständigen können. Aber das Dokument leistet keine Arbeit. Die Arbeit müssen wir leisten!

Mit Ziel 16 soll erstmals auch ein eigenes Friedensziel Eingang finden. Wie bewerten Sie dieses Ziel aus friedenslogischer Sicht?

Das Oberziel hört sich gut an: Förderung friedlicher, inklusiver Gesellschaften, in denen alle Menschen ihre Rechte und funktionierende Institutionen einfordern können. Das ist vernünftig und friedensdienlich. Dann gibt es Unterziele. Zum Beispiel im ersten heißt es „Reduzierung aller Formen von Gewalt und der damit einhergehenden Todesraten“. Die Formulierung dieses Unterziels schließt die Vermeidung struktureller Gewalt ein und betrifft damit zum Beispiel auch Vertreibungen durch Landraub und durch Großinvestitionen oder das Ertrinkenlassen von Flüchtlingen im Mittelmeer. Das ist wirklich ein Fortschritt.

Enttäuschend ist dagegen das, was zur Umsetzung des Friedensziels vereinbart wurde. Sinngemäß heißt es, dass „relevante Institutionen und internationale Kooperationen“ gestärkt werden sollen. Und dann kommt die Formulierung „insbesondere in den Entwicklungsländern“ solle Frieden erreicht werden durch „Gewaltprävention und die Bekämpfung von Terrorismus und Kriminalität“. Als ob die Bekämpfung von Terrorismus und Kriminalität selbst Mittel zum Frieden sei!

Friedenslogisch ist das Dokument, was das Ziel Frieden betrifft, uninformiert. Wenn wir lediglich vorhandene Institutionen stärken, dann machen wir doch genauso weiter wie bisher: Wir würden im Wesentlichen auf die Abwehrinstitutionen Polizei und Militär setzen. Es mag ja sein, dass unter bestimmten Bedingungen Militär und Polizei geeignet sind, Gewalt einzuschränken. Aber Frieden erwächst daraus nicht.

Dazu braucht es andere Institutionen und Mechanismen, und es ist bekannt, welche das sind. Ich hätte mir gewünscht, dass sozial- und bildungspolitische Vorkehrungen als Mittel der Friedensstiftung impliziter benannt würden. Konflikt und Streit sind universell, aber wo die Grundfähigkeiten nicht gefördert werden, Konflikte konstruktiv auszutragen, ist eine friedliche, nachhaltige Entwicklung kaum möglich. Leider hat die gesamte internationale Diskussion über die Methoden und Praktiken der zivilen Konfliktbearbeitung und über das Prinzip des Dialogs als notwendige Bedingung von Zusammenarbeit keinen Eingang in das Dokument gefunden.

Ein Bestandteil des Friedens ist für Sie der Verzicht auf Verletzungen von Grundbedürfnissen. Was bedeutet das für uns und die Lebensgewohnheiten vieler Menschen im Globalen Süden? Es gibt ja Leute, die auch das Recht auf Billigwurst als Grundbedürfnis definieren würden.

Ein Kriterium von Frieden ist die Achtung von Grundbedürfnissen in den zwischenmenschlichen wie auch den internationalen Beziehungen: Die Realisierung von Grundbedürfnissen darf man nicht verletzen. Das Dokument selbst verlangt von allen Parteien Veränderungen in den Konsum- und Produktionsmustern, mit denen die Menschen im globalen Norden ihr Leben gestalten. Ausreichend gute Nahrungsmittel gehören ganz sicher zu den Grundbedürfnissen. Aber Billigwurst sicher nicht. Wenn ich feststelle, dass ich diese Dinge nicht brauche, dann ist das doch gut. Mit dem Begriff des Verzichts würde ich das nicht belegen. In den genannten Fällen habe ich sogar viel gewonnen.

Lediglich als Querschnittsthema hat das große Thema Flucht und Migration Eingang in die neue Agenda gefunden ...

Wie bei allen anderen Themen gibt es auch hier keine einfachen eindimensionalen Lösungen, aber friedenslogische Minimalbedingungen. Wir müssen unsere Mitverantwortung für die Gründe und Ursachen von Flucht ernst nehmen. Es sind
nicht die Schlepper, die Flucht verursachen, sondern Krieg, bewaffnete Konflikte, Suppression, direkte und indirekte Vertreibung, ungleiche Verteilung von
Lebenschancen in Wohlhabende und Habenichtse. Für eine solche ursachenbezogene Politik kann man einige Anregungen aus der Agenda entnehmen.

Des Weiteren muss man Menschen, die auf der Flucht sind, retten und zulassen, dass sie eine neue Perspektive finden können. Da ist in Deutschland auch einiges in Bewegung geraten. Aber auf Bundesebene ist die Politik immer noch im Abwehrmodus.

Schließlich muss es legale Wege geben, um als Flüchtling in Deutschland ohne zusätzliche Traumatisierungen anzukommen. Um noch einmal den Zusammenhang zu den nachhaltigen Entwicklungszielen herzustellen: Friedliche und nachhaltige Entwicklung verlangt nach einem kontinuierlichen Austausch zwischen Menschen. Also kein Stacheldraht und keine Schleuser, sondern Möglichkeiten. Was wir brauchen, sind „Flucht- und Migrationslotsen“. Damit meine ich Menschen, die helfen, Schwierigkeiten von Flucht und Migration für alle Seiten zu bewältigen.

Ein letzter Punkt, der mir in diesem Zusammenhang wichtig ist: Ich finde es unerträglich, dass die konkrete Arbeit des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen nur auf Basis freiwilliger Beiträge und Spendensammelei finanziert wird. Angesichts der vielen Millionen Menschen auf der Flucht müssen die Staaten eine neue Form finden, die Arbeit des Flüchtlingswerks zu finanzieren.

Dieser Artikel erschien im MAGAZIN forumZFD 3/2015. Unter diesem Link finden Sie weitere Artikel dieser Ausgabe und die Möglichkeit zur Bestellung des MAGAZINs.

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